/ Niels Müller

Welche Barettfarben gibt es bei der Bundeswehr?

Die Farbe eines Baretts ist bei der Bundeswehr mehr als ein optisches Merkmal. Zusammen mit dem Barettabzeichen gibt sie Hinweise auf die Truppengattung, den Verband oder eine besondere organisatorische Zuordnung.

Eine eindeutige Einordnung ist anhand der Farbe allein jedoch nicht immer möglich. Neben der persönlichen Truppengattung können auch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Verband, einer Teilstreitkraft oder einem multinationalen Großverband sowie besondere Tragebestimmungen entscheidend sein.

In diesem Ratgeber erklären wir die aktuellen Barettfarben der Bundeswehr, ihre wichtigsten Zuordnungen und die Unterschiede zu den Waffenfarben. Außerdem zeigen wir, welche Sonderregelungen unter anderem für Gebirgsjäger, Heimatschutzkräfte, Luftwaffe und Marine gelten.


Seit wann gehört das Barett zur Bundeswehr?

Das Barett ist seit 1971 Bestandteil der Bundeswehruniform. Hauptsächlich wird es von Soldatinnen und Soldaten des Heeres getragen. In der Luftwaffe und der Marine tragen nur festgelegte Teilbereiche und Verwendungen ein Barett. Die Kombination aus Barettfarbe und Barettabzeichen ermöglicht eine genauere Einordnung der jeweiligen Truppengattung, des Verbandes oder einer besonderen organisatorischen Zuordnung.

Wer trägt bei der Bundeswehr ein Barett?

Soldatinnen und Soldaten des Heeres tragen grundsätzlich ein Barett in der für ihre Truppengattung vorgesehenen Farbe. Allerdings gibt es wichtige Ausnahmen: Bis zur Bataillons- oder Regimentsebene kann einheitlich das Barett der Truppengattung des jeweiligen Verbandes getragen werden. Die Barettfarbe zeigt daher nicht in jedem Fall die persönliche Truppengattung des Trägers.

Zusätzliche Sonderregelungen gelten unter anderem für die Heimatschutzkräfte, den Cyber- und Informationsraum, multinationale Verbände, Ausbildungsorganisationen, den Sanitätsdienst und die Gebirgstruppe.

Auch bestimmte Angehörige der Luftwaffe und der Marine tragen ein Barett. Dazu zählen beispielsweise festgelegte Objektschutz- und Sicherungskräfte, Angehörige des Wachbataillons, Soldatinnen und Soldaten in der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum, das Kommando Spezialkräfte der Marine sowie das Seebataillon. Welche Kopfbedeckung tatsächlich getragen wird, richtet sich nach Teilstreitkraft, Uniformträgerbereich, Verwendung und konkreter organisatorischer Zuordnung.


Korallenrotes Barett der Bundeswehr

Korallenrot

Korallenrote Barette werden von mehreren kampfunterstützenden und unterstützenden Bereichen der Bundeswehr getragen. Nach der Anzugordnung gehören dazu insbesondere:

  • ABC-Abwehrkräfte der Bundeswehr
  • Artillerietruppe

  • Feldjägertruppe

  • Fernmeldetruppe

  • Geoinformationsdienst

  • Instandsetzungstruppe

  • Nachschubtruppe

  • Operative Kommunikation

  • Pioniertruppe

  • Heeresflugabwehrtruppe

Nicht zu verwechseln: Die Heeresflugabwehrtruppe gehört zur korallenroten Farbgruppe. Die Heeresfliegertruppe trägt dagegen grundsätzlich ein bordeauxrotes Barett.

Marineblaues Barett der Bundeswehr

Marineblau

Der offizielle Farbname lautet Marineblau. Marineblaue Barette werden unter anderem von Angehörigen der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum sowie in festgelegten multinationalen Großverbänden getragen.

Dazu gehören beispielsweise die Deutsch-Französische Brigade, das I. Deutsch-Niederländische Korps, das Eurokorps und das Multinationale Korps Nord-Ost.

Darüber hinaus gelten marineblaue Barette für bestimmte Bereiche der Luftwaffe und Marine sowie für festgelegte Ausbildungsphasen und Ausbildungseinheiten. Die genaue Zuordnung richtet sich daher nach Teilstreitkraft, Verwendung, Verband und Ausbildungsstatus.


Jägergrünes Barett der Bundeswehr

Jägergrün

Das jägergrüne Barett ist grundsätzlich der Jägertruppe, der Panzergrenadiertruppe und den Heeresuniformträgern des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung zugeordnet.

Jägergrün tragen außerdem das Stabsmusikkorps der Bundeswehr, das Musikkorps der Bundeswehr sowie die Heeresmusikkorps Kassel und Neubrandenburg.

Für Angehörige der Gebirgsjägertruppe gelten besondere Regelungen. Abhängig von Truppenteil, Verwendung und Uniformvariante tragen sie die Bergmütze oder ein grünes Barett. Die Gebirgsjäger dürfen deshalb nicht pauschal der grünen Barettfarbe zugeordnet werden.


Kobaltblaues Barett der Bundeswehr

Kobaltblau

Das kobaltblaue Barett ist grundsätzlich der Sanitätstruppe der Bundeswehr zugeordnet. Für Angehörige des Sanitätsdienstes können jedoch besondere Verbandsregelungen gelten. Ausnahmen bestehen beispielsweise innerhalb der Division Schnelle Kräfte und der Gebirgsjägerbrigade 23.

Kobaltblau bezeichnet die Barettfarbe und darf nicht mit der Waffenfarbe des Sanitätsdienstes verwechselt werden. Diese heißt Königsblau.

Der Begriff Waffenfarbe bezeichnet nicht die Farbe einer Waffe, sondern die traditionelle Kennfarbe einer Truppengattung. Beim Sanitätsdienst ist Kobaltblau die Barettfarbe und Königsblau die Waffenfarbe.


Bordeauxrotes Barett der Bundeswehr

Bordeauxrot

Das bordeauxrote Barett ist grundsätzlich dem Kommando Spezialkräfte, der Fallschirmjägertruppe, der Division Schnelle Kräfte (DSK) und der Heeresfliegertruppe zugeordnet. Die DSK ist ein besonders schnell verlegbarer Großverband des Heeres. Darüber hinaus tragen einzelne ausdrücklich festgelegte Dienststellen und Musikkorps ebenfalls Bordeauxrot.

Die Bezeichnung „Kommandoeinheiten" wäre an dieser Stelle zu ungenau. Die Anzugordnung nennt ausdrücklich das Kommando Spezialkräfte.

Bei der Heeresfliegertruppe ist die Barettfarbe Bordeauxrot, während ihre Waffenfarbe Hellgrau ist.


UN-blaues Barett für Friedensmissionen

UN-Blau: Kennzeichnung bei UN-Missionen

Das hellblaue UN-Barett kennzeichnet Soldatinnen und Soldaten, die im Rahmen einer Friedensmission der Vereinten Nationen eingesetzt werden. Es wird mit dem entsprechenden UN-Abzeichen getragen.

UN-Blau ist keine dauerhafte Barettfarbe einer bestimmten Truppengattung der Bundeswehr. Die Farbe bezieht sich auf den jeweiligen Einsatz unter UN-Mandat und nicht auf die reguläre organisatorische Zugehörigkeit des Trägers.


Schwarzes Barett der Bundeswehr

Schwarz

Das schwarze Barett ist grundsätzlich der Panzertruppe und der Heeresaufklärungstruppe zugeordnet. Außerdem tragen einzelne ausdrücklich festgelegte Musikkorps ein schwarzes Barett, darunter die Heeresmusikkorps Hannover und Ulm sowie die Big Band der Bundeswehr.

Auch bei dieser Farbe sind besondere Verbandsregelungen zu berücksichtigen. Angehörige der Heeresaufklärungstruppe innerhalb der Division Schnelle Kräfte tragen beispielsweise abweichend ein bordeauxrotes Barett.


Steingrau-oliv Barett der Bundeswehr

Steingrau-Oliv

Das steingrau-olive Barett kennzeichnet die Heimatschutzkräfte der Bundeswehr. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob Soldatinnen und Soldaten im Heimatschutz Heeres-, Luftwaffen- oder Marineuniform tragen.

Die Heimatschutzkräfte bestehen zu einem wesentlichen Teil aus Reservistinnen und Reservisten. Das steingrau-olive Barett macht diese besondere Verwendung im Heimatschutz sichtbar.


Was bedeuten Barettfarbe und Barettabzeichen?

Die Barettfarbe allein ermöglicht nicht immer eine eindeutige Zuordnung. Sie orientiert sich je nach Fall an der Truppengattung, dem Organisationsbereich oder der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Verband. Deshalb können mehrere Truppengattungen dieselbe Barettfarbe tragen.

Das Barettabzeichen liefert eine genauere Information über die Zugehörigkeit des Trägers. Für eine möglichst zuverlässige Einordnung sollten daher immer Barettfarbe und Abzeichen gemeinsam betrachtet werden.


Was ist der Unterschied zwischen BW-Barett, Kommando-Barett und Commando-Barett?

Im ASMC-Sortiment bezeichnen BW-Barett, Kommando-Barett und Commando-Barett unterschiedliche Produktmodelle. Eine eigenständige, offiziell definierte Barettklasse mit der Bezeichnung „Kommando-Barett" oder „Commando-Barett" gibt es bei der Bundeswehr jedoch nicht.

Das BW-Barett besitzt die klassische Bundeswehr-Form. Es besteht aus Wolle und verfügt über Belüftungsösen, ein Zugband sowie einen verstärkten Bereich zum Anbringen des Barettabzeichens.

Das ASMC BW Kommando-Barett ist nach französischem Vorbild gefertigt und an die deutsche Trageweise angepasst. Es fällt kompakt aus und besitzt eine formstabile Ledereinfassung.

Das Commando-Barett von Plein Ciel ist ein eigenes Markenmodell. Es besteht aus einem Merinowoll-Mix, ist wasserabweisend und besitzt einen knapperen Schnitt. „Kommando" und „Commando" werden bei ASMC deshalb nicht synonym verwendet, sondern bezeichnen unterschiedliche Produkte.

Sind Kommando-Barett und Commando-Barett offizielle Bezeichnungen?

Nein. „Kommando-Barett" und „Commando-Barett" sind keine eigenständigen, offiziell definierten Barettarten der Bundeswehr. Bei ASMC bezeichnen diese Begriffe unterschiedliche Produktmodelle und Hersteller. Für das dienstliche Tragen sind die jeweils geltenden Uniformbestimmungen sowie die vorgeschriebene Barettfarbe und das passende Barettabzeichen maßgeblich.


Was ist der Unterschied zwischen Barettfarben und Waffenfarben?

Barettfarben und Waffenfarben sind zwei unterschiedliche Kennzeichnungssysteme der Bundeswehr. Die Barettfarbe wird an der Kopfbedeckung sichtbar und kann mehrere Truppengattungen, Organisationsbereiche oder Verbände zusammenfassen.

Waffenfarben dienen vor allem beim Heer der genaueren Zuordnung zu einer Truppengattung. Sie erscheinen unter anderem an Litzen, Kragenspiegeln und den farbigen Umrandungen der Schulterklappen. Eine Barettfarbe darf daher nicht automatisch mit der Waffenfarbe gleichgesetzt werden.

So trägt beispielsweise der Sanitätsdienst ein kobaltblaues Barett, seine Waffenfarbe ist jedoch Königsblau. Die Heeresfliegertruppe trägt ein bordeauxrotes Barett, besitzt aber die Waffenfarbe Hellgrau.

Wichtige Waffenfarben des Heeres im Überblick

Truppengattung oder Bereich Waffenfarbe Einordnung
Artillerietruppe Hochrot Artilleristische Feuerunterstützung
ABC-Abwehrtruppe Bordeauxrot Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren
Panzertruppe Rosa Gepanzerter Kampf
Heeresaufklärungstruppe Goldgelb Aufklärung und Informationsgewinnung
Feldjägertruppe Orange Militärpolizeiliche Aufgaben
Fernmeldetruppe Zitronengelb Kommunikation und Führungsunterstützung
Infanterie Jägergrün Dazu gehören unter anderem Jäger, Fallschirmjäger, Gebirgsjäger und Panzergrenadiere
Heereslogistiktruppen Mittelblau Versorgung, Nachschub und Instandsetzung
Sanitätstruppe Königsblau Medizinische Versorgung
Heeresfliegertruppe Hellgrau Heeresfliegerische Unterstützung
Pioniertruppe Schwarz Bewegungsförderung, Sperren und technische Unterstützung
Militärmusikdienst Weiß Militärmusikalische und protokollarische Aufgaben

Barettfarbe, Waffenfarbe und Barettabzeichen sind drei unterschiedliche Kennzeichnungselemente. Für eine korrekte Zuordnung müssen sie getrennt betrachtet werden.

Was bedeuten die Barettabzeichen der Bundeswehr?

Das Barettabzeichen wird auf der linken Seite des Baretts getragen. Es zeigt die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Truppengattung oder zu einem internationalen Großverband. Da eine Barettfarbe von mehreren Truppengattungen getragen werden kann, ermöglicht das Abzeichen häufig eine genauere Zuordnung.

Die Motive greifen charakteristische Symbole der jeweiligen Truppengattung auf. Das Abzeichen der Panzergrenadiertruppe zeigt beispielsweise einen Schützenpanzer mit zwei gekreuzten Karabinern, umgeben von einem Eichenlaubkranz und der deutschen Flagge.

Bei ASMC findest Du Barettabzeichen der Bundeswehr in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise aus Metall oder als Textilabzeichen. Für das dienstliche Tragen sind die jeweils geltenden Uniformbestimmungen maßgeblich.


Fazit: Barettfarben der Bundeswehr richtig einordnen

Die Barettfarbe liefert einen ersten Hinweis auf die Zugehörigkeit einer Soldatin oder eines Soldaten, reicht für eine eindeutige Zuordnung aber nicht immer aus. Mehrere Truppengattungen können dieselbe Farbe tragen. Das Barettabzeichen ermöglicht häufig eine genauere Einordnung.

Barettfarben und Waffenfarben dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Sie gehören zu unterschiedlichen Kennzeichnungssystemen und können bei derselben Truppengattung verschiedene Farben haben.

Bei der Auswahl eines Baretts sind deshalb die vorgesehene Verwendung, die passende Farbe, die richtige Größe und das zugehörige Abzeichen zu beachten. Für das dienstliche Tragen gelten immer die aktuellen Uniformbestimmungen der Bundeswehr.

Bei ASMC findest Du Bundeswehr-Barette und Schiffchen in unterschiedlichen Farben und Ausführungen – vom klassischen BW-Barett bis zu gebrauchten Bundeswehr-Originalen und verschiedenen Markenmodellen.

Häufige Fragen zu den Barettfarben der Bundeswehr

Der Sanitätsdienst trägt ein kobaltblaues Barett. Die Waffenfarbe des Sanitätsdienstes ist dagegen Königsblau.

Fallschirmjäger und Angehörige der Heeresfliegertruppe tragen grundsätzlich ein bordeauxrotes Barett. Bordeauxrot wird außerdem von weiteren entsprechend zugeordneten Kräften und Verbänden getragen.

Ein schwarzes Barett tragen insbesondere die Panzertruppe und grundsätzlich die Heeresaufklärungstruppe. Angehörige der Heeresaufklärungstruppe innerhalb der Division Schnelle Kräfte tragen abweichend davon ein bordeauxrotes Barett.

Nein. Beide Begriffe bezeichnen keine eigenständigen, offiziell festgelegten Barettarten der Bundeswehr. Im ASMC-Sortiment dienen sie der Unterscheidung verschiedener Produktmodelle und Hersteller.

Beide Kennzeichen müssen gemeinsam betrachtet werden. Die Farbe fasst häufig mehrere Truppengattungen oder Bereiche zusammen, während das Barettabzeichen meist eine genauere Zuordnung ermöglicht.

Quellen und Aktualität

Dieser Beitrag wurde am 25. September 2026 fachlich überprüft und aktualisiert. Grundlage sind insbesondere das Bundeswehr-Glossar, die offiziellen Informationen zu den Uniformen der Bundeswehr sowie die Erläuterungen der Bundeswehr zu Waffenfarben und Litzen.

Uniformbestimmungen und organisatorische Zuordnungen können sich ändern. Für das dienstliche Tragen ist deshalb immer die aktuell gültige Anzugordnung der Bundeswehr maßgeblich.

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