Die RSU auf dem Truppenübungsplatz Baumholder

On the Road again

Wir waren wieder unterwegs. Zum wiederholten Mal durften wir die Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie „Saarland“ (RSU-Kp SL) begleiten.

Dieses mal ging es auf den rheinland-pfälzischen Truppenübungsplatz Baumholder. Die engagierten Reservisten frischten ihre Kenntnisse innerhalb eines Übungsszenarios auf und übten unter möglichst realistischen Bedingungen. Die erforderlichen Grundfertigkeiten wurden im Vorfeld sowohl durch praktische als auch theoretische Ausbildungen an den saarländischen Bundeswehrstandorten Saarlouis und Lebach vermittelt und ausführlich eingeübt.

Dank der guten Kontakte zum Landeskommando Saarland durfte ich die Truppe bei der Übung am Standort Baumholder besuchen. Der dortige Truppenübungsplatz hat eine gewaltige Fläche von 11.900 Hektar und ist einer der größten Übungsplätze der Bundeswehr. Von 9 mm (P8) über 120 mm (Bordkanone des Leopard 2) bis 155 mm (Panzerhaubitze 2000) kann auf dem Platz mit einem breiten Spektrum an Kalibern und Waffensystemen geschossen werden.

 

Schilder im Wald

Erstmal musste die übende Truppe gefunden werden. Trotz des weitläufigen Geländes und den vielen Zufahrten war durch die eindeutige Beschilderung der Weg gut zu finden und wir näherten uns der richtigen Schießbahn auf dem Truppenübungsplatz.

Die Markierungen und Warnhinweise sollte man übrigens unbedingt ernst nehmen. Je nachdem, wer gerade übt (die amerikanischen Kameraden sind dort auch regelmässig im „scharfen Schuss“ unterwegs), würde man sich in Lebensgefahr begeben, wenn man eigenmächtig das gesperrte Gelände betritt.

Unter Umständen befände man sich sonst ggf. in einem Abschnitt, der im Laufe einer Übung unter Beschuss geraten könnte. Die Geschosse der Panzer legen mitunter einige Kilometer zurück, bevor sie dann am Zielort einschlagen.

                           

Sicherheit geht vor

Die Range Control war zeitig vor Ort und warf ein strenges Auge auf das Geschehen. Die Sicherheit auf der Schiessbahn hat immer oberste Priorität. Also „Mickymaus und Co.“ parat und immer schön den Anweisungen des Sicherheitspersonals Folge leisten. Denn nach den Trockenübungen folgten die Durchläufe – auch „Rennen“ genannt – mit scharfer Munition.

Wir durften mit dem notwendigen Sicherheitsabstand den Kameraden der RSU-Kompanie folgen und unsere Fotos machen. Das Leitungs- und Funktionspersonal begleitete das jeweilige Rennen, erklärte die Lageentwicklung und führte am Ende jeweils eine „Manöverkritik“ mit den Soldaten durch.

Von Anfang an war absolute Konzentration und Aufmerksamkeit erforderlich, denn keiner wollte Fehler riskieren. Jeder Übungsdurchgang forderte von den teilnehmenden Soldaten ein koordiniertes Zusammenspiel, das präzise Umsetzen von Befehlen, das sichere Bewegen und vor allem die souveräne Handhabung der Waffe im Gelände.

 

 

Stosstrupps, Sandkasten und Taktik

Die Soldaten der Gruppe wurden in Stosstrupps aufgeteilt. Nach der Lagebesprechung und -einweisung am typischen „Sandkasten“ und der Munitionsausgabe ging es los. Die Patrouille sollte sich einen Überblick verschaffen, nachdem „marodierende“ Gruppen die Ortschaft angegriffen hatten und teilweise zurückgeschlagen wurden.

Die Lage vor Ort musste ausgekundschaftet und die möglichen verbliebenen Gegner aufgeklärt werden. Nach dem Prinzip von „Feuer und Bewegung“ wurde auf einen überraschenden Angriff reagiert. Nach dem in Deckung gehen, wurde das Feuer erwidert und schließlich unter Deckungsfeuer vorgerückt. Das sogenannte „überschlagende Vorgehen“ ist eine essentielle militärische Taktik und wurde in dieser sehr authentischen Umgebung nachhaltig und realitätsnah eintrainiert.

Auch der MG-Schütze kam zum Einsatz. Nach entsprechender Koordination über Funk gab er Deckungsfeuer für die Kameraden und bekämpfte auch bewegliche Ziele, die die Technik auf dem Truppenübungsplatz ebenfalls bietet.

Kameradschaft im Stresstest

Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge wurden unmittelbar nach jedem Durchgang mit den eingeteilten Soldaten besprochen. Im Eifer des „Gefechts“ bzw. der Übung entsteht jede Menge Stress. Ständig und kurzfristig müssen Führungsentscheidungen getroffen werden, damit die Männer sicher geführt ihre zugeteilten Aufgaben erledigen können.

Der Wechsel zwischen Deckung suchen, Bekämpfen der Klappscheiben mit dem Sturmgewehr G36 und Bewegung zur nächsten Deckung verlangte den Reservisten einiges an Konzentration und körperlicher Leistung ab. Sehr motiviert und voller Teamgeist stellen sich die Soldaten den Anforderungen. Die Anspannung ins Gesicht geschrieben wurde gesprintet, geschossen, Deckung gesucht, Lageinformationen durchgegeben und Unterstützung angefordert: volles Programm also. Die Übung sollte ja möglichst realistisch sein.

Diesem Szenario stellte sich anschließend die nächste Gruppe. Erst der Trockendurchlauf, dann die Übung im scharfen Schuss. Sicherungsposten bestimmt, Befehls- und Munitionsausgabe durchgeführt und los. Das ganze fand dann drei Mal statt. Jeder Soldat war in seiner Position und Funktion gefordert und trug seinen Teil zum erfolgreichen Absolvieren der Übung bei.

 

Die RSU Kompanie Saarland

Einige Eindrücke der Übung findet Ihr in der folgenden Galerie. Aus Sicherheitsgründen nur aus bestimmten sicheren Kameraperspektiven. Wir wollen schließlich noch weitere Beiträge hier posten und die Männer und Frauen der RSU auch zukünftig regelmäßig begleiten und ihre Arbeit und Engagement durch die Berichterstattung und unseren medialen Support unterstützen.

Wenn auch Ihr Interesse am Dienst in der RSU-Kompanie Saarland habt oder Euch als Reservist bei der Bundeswehr im Saarland engagieren wollt, dann informiert Euch auf der zentralen Informationsseite für Reservistenarbeit des Landeskommando Saarland:  Reservisten im Saarland

 

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